Geschichte des Hauses

Ual fering Wiartshüs

1640 wurde die Gaststätte erstmalig in der Kirchengeschichte der Gemeinde St. Laurentii erwähnt. Max „Macke“ Carlsen übernahm den Gasthof kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Er machte insbesondere nach dem Krieg aus den Gasthof das, was er heute ist, ein Haus mit Tradition und Treffpunkt für die Gemeinde Oldsum, Föhr und deren Gäste.

Früher hieß der Gasthof auch noch Nordfriesischer Gasthof.
1994 wurde der Gasthof umbenannt zum Ual fering Wiartshüs, was so viel bedeutet wie “Alter frischer Gasthof”.

Heute gehört das Haus Friedrich Paulsen (Museum). Das Restaurant wird von Kamil Yigit geführt. Ein erfahrener Gastronom, der bereits erfolgreich von 1988-1994 die Teestube Wolltrine in Oevenum und von 1994-2008 das Restaurant Am Friesental geleitet hat. Er ist auf Föhr schon fast sein ganzes Leben und fest mit den Traditionen und Bräuchen der Insel verbunden.

So fühlt er sich der Insel verpflichtet und richtet für sämtliche Vereine, Institutionen und Einrichtungen deren Veranstaltungen und Festlichkeiten aus. Das Restaurant ist heute ein Treffpunkt für alle – für Föhrer, für Zugezogene und Inselgäste.

Tradition

„Hualewjonken-Treffen“

Eine Tradition in Oldsum, die auch noch heute im Ual Fering Wiartshüs fortgeführt wird, ist das Hualewjonken-Treffen im Lokal. Die Hualewjonken treffen sich seit 1901 im heutigen Raucherraum unseres Gasthofes um zu Klönen, zu Spielen und zum geselligen Beisammensein. Hualewjonken ist Friesisch und bedeutet „Im Halbdunklen“ und dabei handelt es sich um eine Gruppe unverheirateter Männer bis 30 Jahre, die sich regelmäßig in der Gruppe zusammenfinden. Zutrittsberechtigt zu dieser Gruppe sind Jugendliche übrigens nach der Konfirmation. Früher und auch noch heute trifft man sich in der Dämmerung, daher der Name.
Gegründet wurden die Hualwjonken allerdings bereits um 1800 und die erste schriftliche Erwähnung fanden die Hualewjonken in Oldsum am 13. April 1881. Der Brauch geht eigentlich auf die Walfängerzeit zurück. Die Seeleute kamen im Oktober zurück auf die Insel und lernten tagsüber mit dem Pastor Navigation, Schifffahrts- und Wetterkunde um in der nächsten Walfangsaison eine höhere Position an Bord des Walfängers zu bekommen und mehr Geld mit nach Hause nehmen konnten. Abends traf man sich dann mit den unverheirateten Kollegen.

Tradition

„Ausschießen“

Eine Tradition der Insel und der Hualewjonken war das „Ausschießen“. Hierbei wurde es von den Männern geduldet das ein unverheirateter Mann sich sieben Mal mit der gleichen Frau treffen konnte. Beim siebten Treffen haben sich die Hualewjonken vor dem Haus versammelt und als Signal diente der Schuss aus einer Schrotflinte. Sodann stürmten alle Hualewjonken das Haus und stellten den Freier zur Rede. Dabei gab es zwei Möglichkeiten, die keinen Widerspruch duldeten: Entweder der junge Mann wollte sich sofort mit der Geliebten verloben oder er wurde, wenn er das nicht wollte, sofort mit der Mistkarre aus dem Dorf gefahren. Diesen Brauch gibt es in der Form allerdings heute nicht mehr…

Tradition

„Spar mal wieder“ Sparverein

 

Jeder der mitmachen will bucht eine Nummer im Sparkasten. Einmal im Monat wird der eigene Topf geleert und zur Bank gebracht. Drei ehrenamtliche Vertraute übernehmen diese Aufgabe. Einmal im Jahr wird ausgezahlt und gefeiert. Ob etwas übrig bleibt entscheidet jeder für sich – oder die Zeche.